Schuften in Schichten
Arbeit und Alltag in der Eisen- und Stahlindustrie
Stahlzeitalter. Arbeiten rund um die Uhr: Kontinuierliche Prozesse vertragen keine Unterbrechung! Frühschicht. Mittagsschicht. Spätschicht. Beständig ist nur der Wechsel...
Schichtarbeit heißt arbeiten, wenn andere schlafen und schlafen, wenn andere arbeiten. Immer zur falschen Zeit am richtigen Ort oder am richtigen Ort zur falschen Zeit. Ein "Leben neben der Spur", denn der "Normalarbeitstag" dauert von 7.00 - 17.00 Uhr. Schichtarbeit heißt auch arbeiten gegen die innere Uhr. Das hat Folgen, wie z. B. Nervosität, organische Erkrankungen und Erschöpfung.
Wie Schichtarbeitende durch bauliche Maßnahmen mehr als nur "eine Mütze Schlaf" abbekommen können, zeigt das "Konti-Haus" in der DASA, z. B. mit einem Schlafzimmer, das auch tagsüber wirklich still ist.
Wir leben im Lärmzeitalter. Allein über fünf Millionen Menschen arbeiten jeden Tag im gesundheitsschädlichen Lärm. Auch die Arbeit am Elektrostahlofen war ein solcher Lärmarbeitsplatz: Hier wurden über 110 dB(A) erreicht. Wollen Sie wissen, wie laut einige dB(A) sind? Dann sollten Sie unseren Lärmtunnel besuchen. Vom leisen Blätterrauschen bis zum Presslufthammer, alles messbar und vergleichbar. Bei der Gelegenheit können Sie natürlich auch Ihr Gehör testen oder einmal den Schallpegel eines Walkman messen. Sie können aber auch erleben, was es heißt, schwerhörig zu sein.
Arbeiten im Stahlwerk ist nicht nur ohrenbetäubend, sondern auch schweißtreibend! Körperliche Schwerstarbeit bei großer Hitze. Der natürliche Wärmehaushalt des Menschen ist hier völlig überfordert: Innerlich richtig "warmgearbeitet", von außen Strahlungshitze...
