Arbeiten im Takt der Maschine
Klassische Fabrikarbeit in der Textilindustrie
Dampfmaschine, Maschinensaal, Kontor, Meisterbude und Stechuhren - Erinnerungen an die Vergangenheit und zugleich Beginn einer neuen Arbeitswelt.
Als die Dampfmaschine eingeführt wurde, konnten - unabhängig von Wind und Wasserkraft - überall dort Fabriken gegründet werden, wo genügend Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Die Dampfmaschine trieb die Maschinen an, an denen die Arbeiter und Arbeiterinnen arbeiteten.
Im 19. Jahrhundert schießen immer mehr Fabriken aus dem Boden. Immer mehr Dampfmaschinen trieben immer neue Maschinen an. Menschen werden aus ihrer angestammten Lebens- und Arbeitswelt gerissen und in das Fabriksystem eingegliedert. Maschinentakt bestimmt fortan den Arbeitstakt - auch von Kindern, von denen viele im 19. Jahrhundert in Fabriken arbeiten müssen. Der schnelle Takt der Maschinen bestimmt die menschliche Arbeit, macht sie rationeller, seelenloser. Stechuhren regeln Kommen und Gehen. Der Meister und strenge Fabrikordnungen sorgen für Ruhe und Ordnung - lärmen dürfen nur die Maschinen. Es ist kein Platz für den ganzen Menschen, seine Gefühle, seine Fähigkeiten, seine Sinne: abzugeben am Fabriktor.
Gefragt ist die endlose Abfolge immer gleicher Handgriffe. Die Augen auf der immer gleichen Suche nach Fadenbrüchen und Webfehlern. Die Bedürfnisse der Menschen stehen an letzter Stelle: Staub, Hitze und Lärm lassen Geist und Seele verkümmern. Man ist noch weit entfernt von einer menschengerechten Arbeitswelt...
