Kunstausstellung "Häutungen" - Malerei und Zeichnung von Bettina van Haaren
17. Januar bis 7. März 2010 in der DASA-Galerie
Bettina van Haarens Kunst geht unter die Haut. Im wörtlichen Sinn. Denn ihre Arbeiten sind sinnliche Wahrnehmungen über den Körper, der fragmentiert, unheil und bedroht erscheint. Die Auswahl der in der DASA gezeigten Werke hat sie mit dem Titel "Häutungen" überschrieben. Eine Ausstellung, die den Betrachter fordert, weil sie die Versehrtheit des Schönen zeigt.
Bettina van Haaren: Lagunen, 2009, Eitempera/Öl auf Leinwand, 190 x 240 cm
Körpererfahrungen
Die 1961 in Krefeld geborene Professorin für Zeichnung und Druckgrafik am Institut für Kunst und Materielle Kultur der TU Dortmund arbeitet mit Collagen, malerischen und zeichnerischen Elementen. Die Künstlerin gibt Einblicke in Traumsequenzen, die autobiografische Züge haben. Der Betrachter sieht Alltagsobjekte wie Autoreifen, Plastiktüten oder Autoreifen, aber auch Lebensmittel wie Orangenscheiben und Tiere wie Flamingos, Pferde oder Schafe. Immer wieder stößt er auf den nackten, weiblichen Körper, oft deformiert. "Meine Arbeiten", so schreibt sie im aktuellen Szenografie-Band der DASA, "sind Selbstbilder, weil ich über mich und meine Körpererfahrungen am meisten sagen kann. Ich versuche, mich mit unterschiedlichen formalen Ansätzen unbekleidet wahrzunehmen, Teilaspekte schonungslos offen zu erkunden, mich zu bestimmen, zu befragen und ein Verhältnis zum Körper herzustellen."
Verletzlichkeit und Fragmente
Bettina van Haaren möchte die Welt auf der Leinwand oder auf dem Papier verdichten und ordnen. "Die Figur ist nicht nur wahrnehmendes Wesen, sondern zugleich Ding. Darin findet sich viel Distanz zum Körper, der in Fragmente zergliedert erscheint. Ich vergegenwärtige in meinen Bildern, wie der Körper in seinen Teilen mich wahrnimmt". Und so ist auch der Betrachter aufgefordert, die malerischen Fragmente in den Kompositionen wieder zusammenzusetzen.
Van Haaren thematisiert Themen, die den Menschen herausfordern: Alter, Schmerz, Ausgeliefertsein, Haltlosigkeit oder auch Fruchtbarkeit. Sie arbeitet mit technoiden Strukturen und irrealen Bildwelten. Damit verweist "Häutungen" auf das, was unter der Haut liegt. Die Werke von Bettina van Haaren sind Versuche, der Wirklichkeit auf die Spur zu kommen, ohne sich mit der einfachen Abbildung zu begnügen oder das Geheimnis der Zeichen, aus denen jedes Bild besteht, zu enthüllen. Ein anstrengender, aber lohnender Balance-Akt für den, der sich darauf einlässt.
Ausstellungseröffnung am 17. Januar 2010
Eröffnet wird die Ausstellung am 17. Januar um 11 Uhr in der DASA. Nach einigen Begrüßungsworten des Leiters der DASA, Dr. Gerhard Kilger, wird der Kunsthistoriker Dr. Christoph Kivelitz in das Thema einführen. Das Gitarrenduo Jochen Schrumpf und Martin Klausmeier sorgt für die musikalische Untermalung der Veranstaltung.
Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Katalogbuch mit Beiträgen des Philosophen Bernhard Waldenfels sowie der Kunsthistoriker Michael Freitag, Marcus Starzinger und Philipp Horst erscheinen.
Mehr zur Künstlerin, ihrem Werdegang und ihren Ausstellungen unter www.bettina-van-haaren.de
