Wir haben wieder auf. : Mo-Fr 10-16 Uhr || Sa-So 11-18 Uhr

In der DASA gilt : AHA = Abstand, Händewaschen, Alltagsmasken.

Alte Uhr als Exponat in der DASA Ausstellungseinheit "Im Takt der Maschine"

DASA (Sammlungs-)Geschichten

Aus der Ecke geholt

Die DASA ist viel mehr als sie scheint. In so manch verstaubter Ecke verbergen sich wahre Schätze. Folgt uns auf eine Reise zu so manchem guten Stück aus der Sammlung, vorgestellt von Christine Oberholz.

Schwertersammlung der DASA Arbeitswelt Ausstellung

Säbelrasseln

Jede Menge Säbel

Eine unscheinbare Pappschachtel entpuppt sich zu einem kuriosen Depotfund.

Im Inneren der Schachtel befinden sich Dutzende von Säbeln aus dem ehemaligem preußischen Kaiserreich. Von edlen Offizierssäbeln bis hin zu Mannschaftssäbeln, vergoldet und mit Verzierungen bestückt. Die Säbel sind ein echter Hingucker.

Um sie genauer unter die Lupe zu nehmen, kommen die Säbel mit ins Büro und werden dort vermessen, fotografiert und in die Sammlungsdatenbank eingearbeitet. Dabei wird ein ganz normales Büro auch mal schnell zur Waffenkammer und über 30 Säbel verteilen sich quer über den Schreibtisch.

Eine Frage blieb jedoch offen: Wieso werden Waffen in eine Sammlung aufgenommen, die sich mit dem Thema von Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin befasst? Es stellt sich heraus, dass die Säbel ursprünglich in der Ausstellungseinheit „Im Wettlauf der neusten Nachrichten“ von der Decke herabhängen sollten. Sie sollten den Besuchern die einengende und bedrückende Position der Presse in Zeitalter der Zensur nachempfinden lassen. Schlussendlich geht die Sicherheit der Besucher*innen jedoch vor und die Säbel wandern gut verpackt zurück ins Depot.
 


Medizinhistorisches Objekt zur Strahlentherapie aus den 1940er Jahren

Ein wenig Magie in Lila

Ein Zauberkoffer?

Nicht ganz so magisch aber nah dran.

Ein kleiner Koffer mit violettem Innenbezug ist die Aufbewahrung für eine echte Wundermaschine. Das „Hochfrequenz-Strahlengerät“ sollte damals die unterschiedlichsten Beschwerden heilen können: Ob Arterienverkalkung, Asthma, Blindheit, Flechten, Gallenschmerzen, Lähmungen, Geschwüre, eine Leberschwellung oder Schlaflosigkeit- dieses Gerät war die vermeintliche Antwort auf alles. Mit Hilfe von Elektroden, verschiedenen Gasen und einem Generator war „Violetta“ einsatzbereit.

Doch der Erfolg des Wundergeräts hielt nicht lange. Bereits 1951 wird der das „Hochfrequenz-Strahlengerät“ zu Therapiezwecken von der FDA, der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde, in den USA verboten.


Reiseschreibmaschine mit Namen Erika aus der Sammlung der DASA

Fräulein, bitte schreiben Sie ...

Eine kleine Kofferschreibmaschine

So klein, so leicht, so unscheinbar- die Kofferschreibmaschine „Erika“?

„Erika“ ist eine kleine Schreibmaschine im transportablen Format. Insbesondere Journalist*innen und Student*innen nennen sie oft ihren Wegbegleiter. Gebaut wurde „Erika“ um 1935 und ihr ungewöhnlicher Markenname stammt von der einzigen Enkeltochter des Unternehmensgründers Karl Robert Bruno Naumann.

Doch so unscheinbar wie die Größe vermuten lässt, ist diese Schreibmaschine nicht. Insbesondere in den 1950er Jahren wurde „Erika“ zu einem Tatortbegleiter für die Volkspolizei. Statt wissenschaftliche Abhandlungen oder fantasievolle Romane zu verzeichnen, wird „Erikas“ zum Zeugen bei Tatorten und hält alles in Unfallprotokollen fest.

Bei uns ist die kleine Schreibmaschine Teil einer spannenden Mediengeschichte von über 140Jahren und reiht sich gekonnt unscheinbar zwischen anderen Schreibmaschinen ein.
 


Einige sogenannten Notbehelfe aus den Sammlungsbeständen der DASA

Notbehelfe

Aus der Not geboren

700 Einzelteile mit Geschick und Kreativität. Aus grausamen Erfahrungen wird Stück für Stück wieder Alltag.

In diversen Kartons verpackt liegt ein über 700Teile großes Konvolut mit diversen Sammlungsstücken. Dazu gehören allerlei Schnupftabakdosen, kleine Kochplatten, Geschirr, Kinderspielzeug und andere Kuriositäten. Auf den ersten Blick scheint es keine Gemeinsamkeit zwischen den Objekten zu geben. Doch sie erzählen eine gemeinsame Geschichte:

Fast jedes Objekt ist ein von Hand gefertigtes Einzelstück. Aus alten Waffenteilen, Flugzeugaluminium oder anderen Restmaterialien entstehen zum Ende des Zweiten Weltkriegs diverse Haushaltsgeräte und Alltagsgegenstände, für die ohne diese „Restverwertung“ keine Ressourcen verblieben wären. Ein alter Wehrmachtshelm wird zum Kochtopf umfunktioniert, die Hülle einer Handgranate zur Aufbewahrung von Gewürzen verwendet und ein handbemalter Puppenteller entsteht aus einzelnen Gasmaskenteilen. Die sogenannten Notbehelfe erzählen uns auch heute noch spannende Geschichten vom Lebensmut und vom Überleben in Zeiten des Mangels.