Im Wettlauf der neuesten Nachrichten

Die Arbeit bei Zeitungsherstellung und Medien - vom Handsatz bis zum Desktop-Publishing: Die alten und neuen Werkzeuge der schreibenden und druckenden Zunft und ihre Auswirkungen auf die Menschen stehen hier im Mittelpunkt. Dabei können Sie den Werdegang einer Zeitung verfolgen und sich über die technische Entwicklung im Druckbereich informieren.

Krasse Rituale: die Postulatsfeier

Harte Sitten in Zeiten ohne Versicherungsschutz: Gesellen-Anwärter mussten durch das Ertragen derber Späße und körperlicher Misshandlung beweisen, dass sie sich ihrem Beruf mit Leib und Seele verschreiben. Auch zu Lasten ihrer Gesundheit. Die DASA zeigt eine mit Schauspielern nachgestellte „Postulatsfeier“.

Voll von der Rolle: die Rotation

Die Rotationsdruckmaschine des Herstellers A. Frankenthal aus dem Jahre 1926 ist ein beliebtes Objekt in der DASA. Sie konnte bis zu 10.000 vierseitige, einfarbige Zeitungen pro Stunde drucken und falzen. Schnell, leistungsfähig, zuverlässig. Den Preis zahlten die Drucker:

- Erhöhte Belastung durch technisch bedingten, erhöhten Lösemitteleinsatz
- Unsichere Technik durch offene Maschinenteile
- Infernalischer Lärm von über 100 dB(A)
Machen Sie sich selbst einen Eindruck und heben Sie einmal eine Zeitungsseite aus Blei an.

Schmuckstück mit Krankheitsgarantie: die Columbia-Presse

Ein Adler wacht majestätisch über jeden erstellten Druckbogen: Die Columbia Presse der Firma Clymer aus den 1820er Jahren zeugt vom Stolz der Drucker. Auf ihr wurde alle 12 Sekunden ein Bogen Papier bedruckt – jeden Tag, 12 Stunden lang. Blatt einlegen, Pressen, Blatt einlegen, Pressen. Bei dem Arbeitstempo blieben Quetschungen nicht aus – von anderen Schmerzen ganz zu schweigen.

Blattgold und Leimtöpfe: die Buchbinder-Werkstatt

Die Buchbinder-Werkstatt der DASA gewährt einen Einblick in die vielen Arbeitsschritte, die für die Erstellung eines Druckwerks nötig waren. Was nicht zu sehen ist, sind die schlechten klimatischen Umgebungsbedingungen, die den Buchbindern früher gesundheitlich schwer zu schaffen machten. Ständig dampften die Leimtöpfe auf den Öfen. Die Luftfeuchte in solchen Werkstätten war nicht nur hoch, sondern auch mit Chemikalien angereichert. Die Maschinen zum Prägen und Vergolden der Einbände bargen an vielen Stellen Quetschgefahren sowie die Möglichkeit, sich zu verbrennen.

Alte Druckplatte liegt auf einem Tisch in einem AusstellungsraumDASA

Wussten Sie, dass…

…ein Schlitzohr ursprünglich ein in Ungnade gefallenes Zunftmitglied ist? Die Zünfte wachen bis heute über einen strengen Ehrenkodex. Bei Verstößen konnte der zur Tracht gehörende Ohrring aus dem Ohrläppchen gerissen werden. Das Schlitzohr wurde zur sprichwörtlichen Bezeichnung für einen durchtriebenen Menschen.

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