Pressemitteilung

044/16 vom 13. April 2016

Meister, Cyborgs und Maschine

DASA-Diskussion um Robotik im Körper

Mein Smartphone spricht mit mir, mein Kühlschrank weiß, was ich am liebsten esse und mein Auto kennt den Weg auch ohne mich. Immer stärker verwebt sich das Alltags- und Arbeitsleben mit vermeintlich intelligenter Technik. Damit nicht genug: Die Menschen beginnen, ihre Körper neuen technischen Möglichkeiten zu öffnen. Maschinen rücken uns buchstäblich zu Leibe. Über die Folgen der Verschmelzung von biologischer und nichtbiologischer Intelligenz, über Mischwesen und „Bodymodification“ diskutieren am Donnerstag, 28. April, 18 Uhr vier renommierte Gäste in der DASA Arbeitswelt Ausstellung.

Enno Park ist bekennender Cyborg und Gründer des ersten deutschen Cyborg-Vereins. Mit seinem Gehörimplantat nimmt der Wirtschaftsingenieur Geräusche wieder „normal“ war. Ihn interessiert die Technologie als Mittel, den eigenen Körper optimieren zu können.

Er nimmt jeden Berg – „uphill“ und „downhill“. Stephan Büchler ist Extrem-Mountainbiker. Die Extremity-Games in den Alpen sind sein Metier, je rasanter, desto besser. Bloß: Büchler hat nur ein Bein. Als erster Athlet mit Handicap bewältigt er die schwierigsten Pisten und berichtet von seinen rasanten Abfahrten sowie seinem Alltag als Orthopädietechniker. Als Sportler „verschmilzt“ er gleich doppelt mit der Technik. Bike, Beinprothese und Büchler bilden eine Einheit.

Susanna Hertrich ist Künstlerin und geht in ihren Arbeiten ironisch und kritisch Fragen von körperlich-technologischen Symbiosen nach. Technikfolgen-Forscher Christopher Coenen vom Karlsruher Institut für Technologie befasst sich mit Themen wie Internet und Gesellschaft, Nanotechnologie oder synthetische Biologie.

Die Runde geht dabei in angeregter Gesprächsatmosphäre und im Dialog mit dem Publikum auf Punkte wie Chancengleichheit, Inklusion oder Ausgrenzung, Bevor- und Benachteiligungen, Eigentum am eigenen Körper oder Überwachung und Freiheit ein. Zu welchem Preis bezahlen wir letztlich mehr Leistung oder mehr Bequemlichkeit auf dem Sofa? Was macht Technologie im Körper mit unseren Sinnen? Und wie viel Maschine vertragen die Menschen überhaupt? Die Moderation hat DASA-Kurator Thomas Jander.

Die Podiumsdiskussion ist Teil des Rahmenprogramms zur aktuellen Ausstellung „Die Roboter“. Die Ausstellung ist an dem Tag bis zum Beginn der Veranstaltung um 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Gesprächsrunde ist frei.

Fotos zur Ausstellung "Die Roboter"