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Letzte Hilfe

WorkshopGesundheitswesenFreizeitbesucher

Das gezeiten Zentrum für Hospiz-, Palliativ- und Trauerbegleitung bietet für alle interessierten Bürger*innen Letzte Hilfe Kurse an.
Viele Menschen wünschen sich Zuhause in vertrauter Umgebung sterben zu können. Dies gelingt jedoch nur einem geringen Teil.

Es scheint, dass sich viele Menschen die Betreuung eines sterbenden Angehörigen nicht zutrauen, weil ihnen das Grundlagenwissen zur Sterbebegleitung oder auch die Kenntnis über die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsangebote fehlen.
Diese Informationslücke soll durch Letzte Hilfe Kurse geschlossen werden. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen wird der Austausch über Tod und Sterben in der Gruppe gefördert. Alle Teilnehmenden erhalten ein Zertifikat.

Kursinhalte:

1.    Sterben ist ein Teil des Lebens
2.    vorsorgen und Entscheiden
3.    Leiden lindern
4.    Abschied nehmen
 

Wann

  • 22.04.2020 15:00 - 19:00

Weitere Termine

  • 17.06.2020 10:00 - 14:00
Alle weiteren Termine

Wo

Vortragssaal

Preis

Eintritt frei

Zeitbedarf

4 h

DASA Besucherservice

0231 9071-2645

Jobschnack

Letzte Hilfe - das Einmaleins zum Lebensende

Ein Gespräch mit Alexandra Hieck, Bethel.regional | Hospiz "Am Ostpark", Dortmund | Projektstelle Hospiz- und Trauer-Zentrum gezeiten

01 Sie haben mit Anfang 20 beschlossen, ihr Leben den Sterbenden zu widmen. Warum denn das?
Ein Hospiz ist ein ganz besonderer Ort. Wir feiern dort Geburtstage, ebenso wie die letzten Momente eines Menschen. Im Hospiz ist der Augenblick ganz tief spürbar. Die Menschen, die wir begleiten, prägen uns sehr. Sterbende öffnen uns Begleitenden oft die Augen fürs Leben und geben vor, was wichtig ist. Wir sind Lernende.

02 Was steckt hinter der Idee des Projekts "Letzte Hilfe"?

Das Kurs-Konzept stammt von Dr. Georg Bollig, von dem mittlerweile rund 20.000 Menschen deutschlandweit seit 2015 Gebrauch gemacht haben. Die Kurse vermitteln Grundlagenwissen rund ums Lebensende. Ziel ist es, zu informieren und Berührungsängste im Umgang mit Tod und Sterben zu nehmen. Wichtig ist auch der Austausch innerhalb der Teilnehmenden im Kurs. Jede*r kann die Fragen stellen, die auf der Seele brennen. Die Kurse richten sich an alle interessierten Menschen, egal ob Angehöriger, Freundin oder Nachbarin.

03 Wie läuft ein "typischer" Kurs ab?
"Letzte Hilfe" besteht aus vier Modulen mit je 45 Minuten zum Thema "Sterben ist ein Teil des Lebens", "Vorsorgen und Entscheiden", "Leiden lindern" und "Abschied nehmen". Es geht zum Beispiel um regionale Hilfsangebote sowohl für den Sterbenden als auch für die Angehörigen und Freunde. Wir erörtern Fragen rund um die Gesetzeslage oder ganz Praktisches wie die Patientenverfügung. Wir thematisieren aber auch Maßnahmen, die allen Beteiligten Wohlbefinden bereiten können. Erproben ganz Praktsches…Wie hilfreich es zum Beispiel sein kann, Mundpflege bei einem sterbenden Menschen anzubieten. Oder wir sprechen an, wie sich Trauer eigentlich äußert. Hier ist auch spannend, wie die Einflüsse der vielen Kulturen hier in Dortmund spürbar werden. Von buddhistischen Gesängen über die katholischen Sakramente bis hin zu Räucher-Ritualen - das Sterben ist bunt geworden.
 

04 Wo finden Sie Kraftquellen?
Ich bin passionierte Läuferin, liebe die Natur, Familie und unseren Hund. Das sind gute Ventile. Aber auch im Team können wir belastende Situationen gut besprechen und mir hilft der kollegiale Austausch untereinander.
 

05 Was bereichert Sie an Ihrer Arbeit?
Die vielen guten Gespräche und die berührenden Momente in meinem Job bereichern mich sehr. Auch so Kleinigkeiten, wie mal mit den Gästen etwas zu backen oder andere Kulturkreise kennenzulernen. Die Schwere wird da und dort aufgebrochen. Und: Ich mache was Sinnvolles.
 

06 Was hat sich im letzten Jahrzehnt verändert?
Die Arbeit erfordert immer professionellere Strukturen mit viel Statistik und Dokumentation. Auch das Engagement der ehrenamtlichen Helfer*innen hat sich verändert. Früher haben das Leute über viele, viele Jahre gemacht. Heute sind die Lebensplanungen oft kurzweiliger und es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren. Aber, ja, da gibt es immer noch tolle Menschen, die ihre knappe, freie Zeit Sterbenden widmen und die ein Ohr für die Angehörigen haben. Hier kann sich jede*r nach seinen Fähigkeiten einbringen: mit den Gästen kochen, etwas vorlesen, organisatorische Arbeiten übernehmen. Man kann ebenso im Hospiz helfen oder ambulant vor Ort jemanden betreuen. Vieles ist möglich. Wir fördern diesen sogenannten "Bürger-Profi-Mix" durch Schulungen, Rat und Tat.


07 Was würden Sie unseren Ausstellungsbesucher*innen zum Thema Lebensende mit auf den Weg geben?
Sich mit dem Thema frühzeitig auseinanderzusetzen. Sich trauen, Fragen zu stellen. Mit Tod und Sterben ebenso aktiv umgehen wie sich mit Menschen auszutauschen, die einen Verlust erlebt haben. Wir wollen dazu ermutigen, sich im Hier und Jetzt ein paar Gedanken zu machen und zu begreifen, wie reich die Erfahrungen rund ums Ende sein können.


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