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In der DASA gilt : AHA = Abstand, Händewaschen, Alltagsmasken.

Waschbecken

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Warum wir uns waschen

Wir waschen uns wieder. Der Diskurs um die Hygiene hypt gerade. Wir lernen Appelle für gründliches Händewaschen, so lange wie es eben dauert ein "Happy Birthday" zu schmettern, inhalieren Richtlinien fürs Niesen oder praktizieren die distanziert-höfliche Begrüßung mit Winken statt Händeschütteln. Das gilt auch für die Arbeitswelt.

Wo der Blick auf eine möglichst saubere Umgebung nicht immer so war. Seit  rund 150 Jahren richtet sich das Augenmerk von Arbeitgebern auf ihre gesundheitliche Belastungen.

 Maloche und Keime

Die Geschichte des deutschen Arbeitsschutzes entwickelt sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die fortschreitende Industrialisierung bringt immer mehr Arbeiter*innen in die Fabriken. Sie schafft damit zentrale Arbeitsplätze, weg von Haus und Hof. Maschinenarbeit mit jeder Menge Schadstoffe, Staub, Hitze, Enge und einer enorm hohen Taktung führt zu einer ganz neuen Arbeitsbelastung.

In diesem Zusammenhang melden sich Mediziner erstmals zu Wort. Sie mahnen dringend zur Vorsorge und zu mehr Arbeitshygiene. Doch der Ruf nach Sauberkeit ist mit zusätzlichen Umständen verbunden. Persönliche Schutzkleidung oder Waschmöglichkeiten für Arbeiter*innen bedeuten vermehrte Baumaßnahmen, Verzögerungen im Arbeitsablauf und erhöhte Betriebskosten. Auch die Arbeiter*innen murren über die oft unbequeme und umständliche Arbeitsschutzkleidung und die zusätzlichen hygienischen Auflagen.

Das kennen wir spätestens seit ein paar Wochen: Die Frage, ob solche Maßnahmen gerechtfertigt sind, beschäftigt auch unsere Zeitgenossen um 1900. Die Arbeiterbewegung fordert in ihrem Kampf um eine bessere Arbeitswelt eine friedliche Revolution, in der die Gesundheit der Arbeiter an oberster Stelle steht.

Das Großwaschbecken

Die ersten Umsetzungen dieser Bestrebungen zeigen sich beispielsweise anhand eines speziell für den Betrieb entwickelten „Großwaschbeckens“, das etwa in den 1920ern zum Einsatz kommt. Bis zu acht Arbeiter*innen können sich daran gleichzeitig die Hände waschen. Die Menschen integrieren mehr und mehr hygienisches Verhalten in ihren Arbeitsalltag. Mehrfaches Händewaschen während einer Schicht wird zur Selbstverständlichkeit. Angucken kann man sich ein solches Großwaschbecken bis zum 2. Weltkrieg im Deutschen Arbeitsschutzmuseum in Berlin. Dort ist es lange Teil der Ausstellung bis der Krieg das Haus fast vollständig zerstört. Das Objekt übersteht den Angriff jedoch unbeschadet und ist seit 1987 Teil der DASA, der Nachfolgeinstitution in Sachen Arbeitsschutzmuseum.

Im Überblick

Wo

Obergeschoss

Zeitbedarf

15 min

Inszenierung einer Arbeitertoilette in der DASA-Ausstellung "Im Takt der Maschine"
Objekt

Toilette

Taucht ein in die Geschichte der Hygiene. Das WC steht für "Water closet", eine Erfindung der 1860er Jahre. Entdeckt ein stilles Örtchen ...