Szenografie Kolloquium 2015

Formen der Wahrnehmung

21. bis 23. Januar 2015

Im Diskurs visueller und sinnlicher Phänomene ist Wahrnehmung immer wieder Gegenstand der Forschung. Es sind ganz unterschiedliche Disziplinen, angefangen bei den Kognitionswissenschaften über die Betriebswirtschaftslehre bis hin zu den Kunst- und Kulturwissenschaften, die sich mit den Aspekten der Wahrnehmung bei der Betrachtung von Objekten in Ausstellungen beschäftigen.

Die Vermutung liegt nahe, dass das Thema auch in der Szenografie und in der kuratorischen Praxis längst vielseitig diskutiert wird und dementsprechend Erkenntnisse zur Wahrnehmung in die Konzeption und Gestaltung von Ausstellungen einbezogen werden. Aber sowohl in der Praxis als auch auf theoretischer Ebene besteht ein großer Nachholbedarf, was den wissenschaftlichen Austausch und die Aufarbeitung von Erkenntnissen zum Thema Wahrnehmung betrifft.

Das 15. Szenografie-Kolloquium, das im Januar 2015 in der DASA stattfindet, richtet seinen Blick auf die Rolle von Wahrnehmung in Ausstellungen und stellt die Fragen: Was beeinflusst die Wahrnehmung in Ausstellungen? Wie können unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen und Erfahrungen aus der musealen Ausstellungspraxis näher zusammengebracht werden? Und wie können Erkenntnisse zur Wahrnehmung die Gestaltung von Ausstellungen verbessern, respektive die Wahrnehmungen der Besucherinnen und Besucher in die Konzeption von Ausstellungen einbezogen werden und damit die Rolle und Aufgabe der Szenografie möglicherweise neu definieren/erweitern?

Die DASA hat es sich zur Aufgabe gemacht, an bestehende Forschungen und Diskurse anzuschließen und mit dem bevorstehenden Szenografie-Kolloquium verschiedene Betrachtungsweisen auf das Thema Wahrnehmung zu eröffnen. Dabei wird es nicht nur um die empirische Untersuchbarkeit der Wahrnehmung gehen, sondern auch um die Auswirkung der Wahrnehmung im situativen Kontext von Ausstellungen.

Mittwoch, 21.01.2015

14.00 Uhr   
Gregor Isenbort und Oliver Langbein
Begrüßung und Einführung in das Thema
   
14.15 Uhr   
Prof. Dr. Danièle Cohn, Universität Paris/Sorbonne
"Sichtbar werden: die Bildung der Wahrnehmung und die Rolle des „display of art“ in den Museen"

15.00 Uhr   
Prof. Dr. Ulrich Ansorge, Universität Wien
"Was ist visuelle Aufmerksamkeit und wie kann man sie in der Szenografie nutzen? Lehren aus der experimentalpsychologischen Forschung."

15.45 Uhr   
Pause //  Stahlhalle

16.15 Uhr   
Prof. Dr. Michael Bach, Universitätsklinikum Freiburg
"Sehen"

17.00 Uhr   
Prof. Dr. Stephan Schwan, Leibniz Institut für Wissensmedizin, Tübingen "Schauen und Verstehen: Exponatwahrnehmung aus psychologischer Sicht"

17.45 Uhr   
Dr. Birgit Wiens, Theaterwissenschaftlerin
"Episteme und >Phänomenotechniken< der Szenographie"

18.30 Uhr   

Kirsten Behnke
"de - FORM -a(k)tion"     

Sabine Jank/Thomas Hammacher
"Content Curation – Digital versus Analog: Neue Konzepte des Kuratierens"

Dr. Bernd Holtwick
"Ausstellungskritik"

Sascha Kruse
"Der leere Raum"

Erika Wobser
"Sinnliche Wahrnehmung von Ausstellungsräumen"

18.30 Uhr  

zeitgleiche Führungen durch die DASA

20.00 Uhr   
Abendessen in der Stahlhalle der DASA    

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Donnerstag, 22.01.2015

09.30 Uhr  
Direktorin Eva Fürstner, Leiterin MUWA Graz
"Wahr ist viel mehr - Mit Kunst arbeiten im Museum der Wahrnehmung MUWA Graz"

10.15 Uhr   
Dr. Anette Hüsch, Direktorin Kunsthalle Kiel
"Von Sinnen - wenn im Museum nicht nur gesehen, sondern auch gehört, geschmeckt, gerochen und getastet wird"

11.00 Uhr   
Pause  //  Stahlhalle

11.15 Uhr   
Prof. Ulrich Nether, Hochschule Ostwestfalen-Lippe
"Raumwirkung sichtbar machen"

12.00 Uhr   
Prof. Dr. Martin Tröndle, Zeppelin Universität, Friedrichshafen
"Affordanz - wie lenkt die Bewegung im Raum die Aufmerksamkeit des Museumsbesucher?"

12.45 Uhr  
 
Mittagspause // Energiehalle

14.00 Uhr
Dr. Daniel Tyradellis, tyradellis.Ausstellungsbüro, Berlin
"Ich sehe was, was du nicht siehst – und das ist keine Ausstellung"

14.45 Uhr  
Dr. Jane Redlin, Kuratorin Museum Europäische Kulturen, Berlin und Dipl. Architekt und Master of fine Arts Xaver Victor Schneider
"Emotionen und assoziative Rauminszenierungen in der Ausstellung 'Der gefühlte Krieg'"

15.30 Uhr   
Pause // Stahlhalle

15.45 Uhr   
Johannes Milla, Milla & Partner GmbH, Stuttgart
"Ausstellungsgestaltung – Zwischen Arroganz und Anbiederung"

16.30 Uhr    
Dr. Lieselotte Kugler, Direktorin Museum für Kommunikation, Berlin
"Erfahrungsraum oder Suchmaschine Museum – Was sollen, können oder wollen Besucher wahrnehmen?"

17.15 Uhr   

Matthias Beitl, Direktor Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
"museum_inside_out. Ein museologischer Laborversuch“ Vom nachhaltigen Lernen und punktuellen Scheitern."

18.00 Uhr   
Dr. Gerhard Kilger
"Raum und Nähe"

18.30 Uhr   
Aperitif // Energiehalle

19.30 Uhr   

Abendessen mit Festvortrag N.N. in der Stahlhalle der DASA  

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Freitag, 23.01.2015

09.30 Uhr  
Ilka Ruby, textbild/Ruby press, Berlin   
Zwischen Allusion und Illusion. Über die Grenzen der architektonischen Repräsentation

10.15 Uhr  
Prof. Dr. Heiner Wilharm, FH Dortmund
"Grüße aus China". Paragone der Deutung. Szenografie im Wettbewerb

11.00 Uhr   
Pause // Stahlhalle

11.15 Uhr
Christian Mommertz, CCO Geometry Global, Germany
"Tua res facitur. Öffentlichkeit im öffentlichen Raum."

12.00 Uhr   
Prof. Markus Pretnar, Hochschule Mainz
"Lokal/Kolorit (von Farbe und in Identität)"

12.45 Uhr
Gregor Isenbort und Oliver Langbein
Schlusswort

 

 

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Hinweis

Die Veranstaltung wird als Fortbildung mit 8 Unterrichtsstunden von der Architektenkammer NRW für Architekten und Innenarchitekten anerkannt.